Rezept für Aufschwung
Im Handelsbatt Nr. 115 vom 19.06.07 Seite 21, 19.06.2007, war neulich ein interessanter Artikel zu lesen: Kleinanleger halten den Yen billig – Japans chronisch niedrige Leitzinsen laden die Investoren zu einträglichen Geschäften ein.
Es ging um folgenden Mechanismus: die Japanischen Kleinanleger investieren vor allem im Ausland. Weil sie dazu Yen verkaufen und Dollar bzw. Euro ankaufen müssen, ist der Yen im Augenblick auf einen niedrigen Stand. Der wiederum hilft den Japanischen Exporteuren.
So funktioniert das also: man muß versuchen, die breite Masse dazu gewinnen, ihr Geld nicht zu sparen oder zu konsumieren, sondern in Kapitalanlagen zu investieren und zwar am besten im Ausland. Wenn sie das Geld im Inland anlegen, ist das auch nicht schlimm, denn das treibt die inländischen Aktienkurse in die Höhe. Wenn sie im Ausland anlegen, der Währungskurs in der Folge in den Keller geht und dadurch die Exporte steigen, dann ist allen gedient.
Und wo legt man am besten an? Am besten dort, wo hin exportiert wird – in der EU oder in den USA. Gerade in den USA lohnt es sich – hohe Renditechancen lassen leicht vergessen, dass die Amerikaner seit Jahren immer mehr importieren und dies nur durch die Ausländischen Investitionen finanzieren können.
Schnell dreht sich so der Kreisel – solange alle vergessen, dass dies lediglich eine andere Form des Pyramidenspiels ist und solange immer neuere Anleger in den Kapitalmarkt gebracht werden (zum Beispiel wenn Renten- und Pflegeversicherungen nicht nur über direkte Umverteilungen, sondern auch über den Kapitalmarkt finanziert werden sollen), macht das Spiel jeder mit – bis zur nächsten großen Weltwirtschaftskrise.
Johan Galtung hat mal gesagt, dass er glaubt, dass es die USA bis zum Jahr 2020 nicht mehr geben wird. Als George W. Bush an die Macht kam, hat er seine Prognose um zwei Jahre reduziert. Vielleicht ist Johan Galtung zu optimistisch? Wie lange kann sich der Kreisel noch drehen?
Juni 23rd, 2007 at 17:22
Moin
Ganz interessant zu diesem Thema vielleicht auch das Buch “Der Crash kommt” von Max Otte. Auch er geht von einem baldigen Crash des amerikanischen Finanzsystems (gerade auch aufgrund der Immobilienblase) aus, welches aber ebenso fatale Folgen für die europäische Wirtschaft hat, da diese Systeme sehr stark ineinander verzahnt sind.
Allerdings gehört das Jahr 2020 zu den späteren Zeitpunkten…