Vernetzung der Nachhaltigkeits- und Umweltorganisationen in Deutschland
In Deutschland gibt es unzählige kleinere und größere Initiativen, die sich mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz beschäftigen. Es gibt vereinzelt Zusammenarbeit zwischen den Grupen, aber keinen gemeinsamen Ansprechpartner für die Jugendlichen, die sich für Umweltschutz einsetzen wollen
Es gibt einige sehr große Organisationen, wie zum Beispiel die Naturfreundejugend, die B.U.N.D.-Jugend und die Naturschutzjugend (NaBu). Sie arbeiten zusammen mit der Katholischen Landjugend und der Nachhaltigkeitsorganisation YOIS im Jugendbündnis Zukunftsenergie zusammen.
Auf lokaler und regionaler Ebene gibt es zwar auch Zusammenarbeit zwischen den großen Organisationen, aber auch Konkurrenzdenken, insbesondere zwischen B.U.N.D.-Jugend und die Naturschutzjugend (NaBu).
Darüberhinaus gibt es ca. 20-30 Nachhaltigkeitsinitiativen, die meist an einer oder mehreren Unis angesiedelt sind (eine Übersicht gibt es hier). Diese Nachhaltigkeitsiniativen machen kleinere und größere Veranstaltungen und Vorlesungen.
Vernetzungsiniativen gab es die unterschiedlichsten, so zum Beispiel hatte YOIS im Dezember 2006 eine Konferenz zu “PR und Nachhaltigkeit” abgehalten, die auch einen größeren Vernetzungsteil enthielt. Der Bedarf für mehr Zusammenarbeit wurde zwar von allen Beteiligten gesehen, aber konkretere Schritte scheiterten einfach daran, dass von allen Seiten zuwenig Zeit und Ressourcen vorhanden waren.
Im März dieses Jahres gab es ein Treffen von einigen studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen im Bundestag, bei der man auch über weitergehende Zusammenarbeit beriet. Daraus entspannte sich eine kurze Emaildiskussion, aber auch da gab es bisher noch keine konkreten Schritte. Ein Treffen in Berlin beim Vision Summit 2007 ist angedacht.
Potenzial für Vernetzung besteht in vielerlei Hinsicht. Sowohl der Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als auch der Beirat des Bundestags für Nachhaltige Entwicklung haben mehrfach in informellen Gesprächen zum Ausdruck gebracht, dass sie sich einen stärkeren Dialog und einen gemeinsamen Ansprechpartner wünschen würden.
Auch mit den ökologischen Flügeln in den parteinahen Jugendorganisationen (zum Beispiel der Grünen Jugend, oder dem Ökoflügel bei den Jungliberalen, dem Umweltarbeitskreisen bei den Jusos oder der Jungen Union) oder den Stipendiatenwerken könnte man sicherlich viel besser zusammenarbeiten, wenn man sich auf eine Strategie einigt.
Auch finanziell wäre es leichter, wenn man sich zusammenschließt. Sowohl der RNE als auch der Parlamentarische Beirat haben klar gemacht, dass sie ein Bündnis der Nachhaltigkeitsorganisationen ideell und mit Ressourcen unterstützen würden. Beim DBJR (Deutscher Bundesjugendring) liegt die Grenze für Mitgliedschaft bei 25.000 Mitgliedern, aber auch schon kleinere Organisationen können Anträge beim Kinder- und Jugendplan stellen. Und man darf nicht vergessen, dass es zumindest formal schon alle Organisationsformen gibt, die auch die unterschiedlichsten Finanzmittel beantragen könnten.
Wenn man zum Beispiel auch das Interesse für CSR und Nachhaltigkeit in der entsprechenden Gruppe bei StudiVZ betrachtet, dann könnte man sich durchaus vorstellen, dass hier eine größere Gruppe von Aktiven noch darauf wartet, “mobilisiert” zu werden.
Sehr interessant ist auch, dass die großen Organisationen zwar viele Ressourcen haben, aber ihnen die Mitglieder und Aktiven ausgehen, während die kleinen Nachhaltigkeitsinitiativen aus dem Boden schiessen.
Wie aber schafft man das, wenn viele Organisatioen sehr lokal arbeiten und alle Aktiven erstmal viel Kraft in ihre eigenen lokalen Projekte stecken wollen? Wenn man vermeiden will, einen Dachverband zu gründen, der doch mehr Bürokratie und Aufwand mit sich bringt? Wenn man die lokale Vielfalt nicht kaputt machen will, aber vermeiden will, dass weiterhin aneinander vorbeigearbeitet wird?