Umfrageergebnis fertig – jetzt kommt das Regionallobbyismuskompendium (plus ein paar Worte zur Debatte beim INSM-Blog)

Vor einigen Tagen habe ich die Umfrage zu den Regionalbüros in mein Lobbyismus-Wiki gestellt.

Dennoch bleiben noch viele offene Fragen, die ich gern in einem späteren Schritt klären möchte:

  • Welchen Einfluss hat die verfassungsrechtliche Stellung der Regionen in den EU-Mitgliedsländern auf die Lobbyarbeit vor Ort?
  • Wie stark sind die Regionalbüros mit den Unternehmensvertretern in Brüssel vernetzt?
  • Welche Kooperationen gibt es unter den Regionalbüros?

Langfristig fände ich es spannend, ein kleines Kompendium zum Regionallobbyismus herauszugeben – mal sehen, ob sich dafür ein Geldgeber finden lässt. Ich glaube, dass die Bedeutung der Interessensvertretung durch die europäischen Regionen noch sehr unterschätzt wird – zu sehr wird sich auf die Interessensvertretung von Unternehmen konzentriert.

Sowohl bei Public-Affairs-Agenturen als auch bei Lobbyismus-Kritikern wird nicht die entscheidende Schnittstellenfunktion der Regionalbüros verstanden, die zwischen Parlament, Interessensgruppen und Ministerrat vermitteln können.

Noch eine kleine Bemerkung: das Blog über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hatte meinen Artikel zum Lobbyismus-Wiki verlinkt. Danach fiel Marcel auf, dass ich anscheinend relativ restriktiv mit dem Kopieren aus dem Wiki umgehen würde und das INSM-Blog nahm den Link wieder weg. Marcel hat dann ein eigenes Lobbyismus-Wiki gestartet.

Erstmal was grundsätzliches: ich finde das INSM-Blog gut, lese Euch gern und danke Euch für den Link.

Ich hab übrigens auch nichts Grundsätzliches gegen “Kampagnen” der Wirtschaftsverbände. Sie zeigen einfach deutlich, dass es für die großen Wirtschaftsverbände immer schwieriger wird, auf die öffentliche Meinung als Verband einzuwirken. Sie müssen sich daher mittels Public Affairs Agenturen so eine Kampagne zusammen zimmern, um überhaupt Einfluß nehmen zu können.

Mittlerweile ist die INSM ja fast schon das Paradebeispiel für den Wandel im Lobbyismus – und das sich auch der Unternehmenslobbyismus neuer Methoden bedient, finde ich erstmal nicht verwerflich. Problematisch ist es natürlich, wenn die Transparenz fehlt – aber das kommt immer noch irgendwann raus, wer hinter einer “Kampagne” steht. Wenn Wikimedia jetzt von der INSM verklagt wird, merkt man ziemlich deutlich, dass die berolino.pr GmbH nur unter großen Beugungen der Wahrheit von sich behaupten kann, dass sie die Mechanismen des Web 2.0 verstanden hat.

Wie auch immmer: mein Lobbyismus-Wiki ist mein ganz privates Projekt, das möchte ich mit niemanden teilen. Ich will darin editieren können wie ich will. Ich bin für die Inhalte selbst verantwortlich. Ich möchte aber mein Wissen nicht bei mir auf dem Schreibtisch lassen, sondern mich mit anderen Leuten, die sich auch mit den Themen beschäftigen, austauschen.

Auch wenn ich im Internet nicht verhindern kann, dass Inhalte kopiert werden, so würde ich mich schon freuen, wenn ich davon weiß – nicht zuletzt auch deswegen, um sich kennenzulernen. Zitieren kann ich natürlich niemanden verbieten (im Gegenteil, ich freue mich natürlich darüber). Ich werde sicherlich auch keine Abmahnungen verschicken, aber wer aus meinen Lobbyismus-Wiki kopiert, ohne mich als Quelle zu nennen, kriegt auf jeden Fall ne böse Email.

Ich hab mein Lobbyismus-Wiki deswegen begonnen, weil ich keine Lust auf endlose Diskussionen in der Wikipedia hatte. Ich hatte auch keine Lust, mich umständlich mit anderen zu koordinieren. Ich finde es aber gut, wenn man sich untereinander befruchtet und kann Marcels Initiative nur unterstützen.

Aber liebe INSM-Blogger, folgender Satz ist wirklich mehr als albern:

Das Prinzip, andere arbeiten zu lassen, mag zwar Web 2.0 sein wie viele Meinungscommunities und vergleichbare Dienste, aber so einen restriktiven Unfug wollen wir nicht unterstützten.

Wie Ihr darauf kommt, dass ich andere arbeiten lasse, verstehe ich nicht – an meinem Wiki kann nur ich etwas ändern und niemand anderes. Apropos Web 2.0: Bei Euch kann man noch nicht mal so ohne weiteres kommentieren – aber das ist Eure Entscheidung.

Aber schaut Euch mal bitte mein anderes Projekt an, die Blog-O-Pedia. Dort kann jeder schreiben, editieren, kopieren, verlinken und ähnliches.

Und ob ich restriktiv bin oder nicht – Leute, wie wäre es, wenn Ihr einfach mal eine Email geschrieben oder Euch vorher gemeldet hättet, bevor Ihr anfängt, die große verbale Prügelpeitsche rauszuholen? Wie jeder normale Mensch auch, bin ich dankbar dafür, wenn man mich auf Fehler hinweist. Marcel hat sich bei mir gleich am Montag gemeldet, leider war ich da noch in England und bin seitdem nicht dazu gekommen, bei ihm mal durchzuklingeln.

Na gut, nix für Ungut – schwamm drüber und vielleicht führt das dazu, dass man einfach etwas mehr miteinander redet…

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