Jubii nicht zum Jubeln
Die eierlegende Wollmilch-Sau ist im Bereich Online-Office leider noch nicht gefunden. Eine Kommunikationszentrale, die das Empfangen, Archivieren und Senden sowohl offline als auch online erlaubt, die zentrale Kommunikationswege bündelt (VoiP, Telefon, Handy, Email), welche die Kontakte verwaltet, das Tauschen und Verwalten von Dateien ermöglicht und die dazu noch den nötigen Speicherplatz bereitstellt, gibt es noch nicht.
Jubii hatte versucht, einen Schritt in diese Richtung zu machen: VoiceOverIP, Email und File-Sharing in einer Plattform. Aber wenn Benutzer diese Plattform testen, müssen sie leider die Erfahrung machen, dass die Plattform von der Geschwindigkeit und den Funktionen her noch im Web Minus-1.0 hängen geblieben ist.
Beim Warten auf die einzelnen Funktionen kann man mehrere Sonnenauf- und untergänge vorbeihuschen und die Zeitspanne des Erscheinens des Halleyschen Komets ist nur ein Bruchteil der Spanne, die vergeht zwischen Anmelden und Zugang zu den einzelnen Funktionen.
Die 10GB File-Sharing-Space sind sicherlich ein netter Marketing-Gag – bis man merkt, was wirklich dahinter steckt: miese Komprimierungssoftware, die ungefragt an den Dateien herumspielt. Ich hab zum Beispiel versucht, 50 Bilder mit ca. 1 MB hochzuladen. Die Bilder waren aufgrund der Auflösung entsprechend groß. Komisch war nur, dass viel weniger Platz bei Jubii verbraucht wurden als auf meiner Festplatte für die Bilder benötigt wurden. Die Antwort: Jubii rechnete, ohne nachzufragen oder dies von mir bestätigt zu kommen, die Bilder von 2000×3000 Pixel auf 200×300 Pixel runter.
Auch das kostenlose Festnetz-Telefonieren, mit dem Jubii so wirkt, ist Schrott. Ich hab das jetzt mehrmals getestet und das Gespräch kam nie zustande. Zwar klingelte es bei beiden Teilnehmern, man konnte die Stimme hören, aber innerhalb von wenigen Sekunden war das Telefonat beendet.
In meinen Augen ist das ganz großer Schrott, was Lycos da zusammen programmiert hat. Aber dass die Blogosphäre darauf gleich angesprungen ist, kann man wohl als Marketing-Erfolg sehen.