Gute und böse Trackbacks
Blogs sind so klasse, weil man sehr schnell mitbekommt, wer zu wem verlinkt. Viele Blogger sind wohl richtige “Rampensäue”, wie es Don Alphonso mal formuliert hat, wollen im Scheinwerferlicht stehen und die Verlinkungen sind wohl ein Gradmesser, ob man im Licht steht oder nicht.
Neulich haben mich zwei Blogger, Stefan Heß und Henning Schürig, auf ein heißes Eisen aufmerksam gemacht: gut gemeinter Trackback-Spam.
Dazu eine kurze Erklärung für die Neulinge: bei Blogs im allgemeinen und bei WordPress-Blogs im besonderen gibt es zwei Arten von Verlinkungen.
Die erste ist der sogenannte Pingback – der wird immer gesendet, wenn ich zu jemanden im Text verlinke, zum Beispiel wenn ich hier auf einen Artikel des Shop-Bloggers verlinke. Dann erscheint beim Shopblogger, wenn er den Pingback freigibt, eine kurze Notiz in den Kommentaren, dass ich einen Link gesetzt habe, aber es erscheint oft nicht der ganze Artikel.
Anders ist das bei Trackbacks. Wenn ich ein Trackback setze, zum Beispiel zum Artikel von Robert Basic über Trackback-Spam, dann sieht der Link so aus: http://www.basicthinking.de/blog/2006/05/04/trackback-linking-spamfalle/trackback/. Dieser Artikel würde dann, sofern Robert ihn freischaltet, in voller Länge als Kommentar erscheinen.
Wann benutze ich Pings und wann Trackbacks? Da ein Ping automatisch erscheint, habe ich da nicht wirklich Kontrolle drüber. Für mich sagt ein Ping aus: “Du, ich hab Dich verlinkt, weil Dein Artikel interessant finde”. Wenn ich ein Trackback setze, dann heißt das für mich: “Du ich finde Dein Thema interessant, ich hab dazu auch was zu sagen.”
Das heißt für mich nicht notwendigerweise, dass man den Artikel dann auch verlinken muss. Manchmal diskutieren mehrere Blogger über das gleiche Thema und anstelle die Diskussion auf allen Blogs zu führen, setzt man lieber Trackbacks, so dass der Beitrag überall erscheint.
Das Problem ist aber, dass unter einigen Bloggern das Setzen von Trackbacks ohne Link im Artikel schon als Trackback-Spam zählt. Trackback-Spam bedeutet, wenn man durch das ziellose, massenhafte Setzen von Trackbacks versucht, Traffic für die eigene Seite zu generieren. In Deutschland gibt es dafür einige Seiten, sehr bekannt ist der M***raker (ich will hier weder den Link setzen noch den Namen ausschreiben, um dessen Seite nicht noch aufzuwerten – die meisten Blogger werden wissen, vom wem ich rede.) Solche Trackback-Spammer landen dann schnell auf den Spam-Black-Listen und auch zu Recht.
So wie ich Trackbacks setze, hat das aber nichts mit Spam zu tun. Ich setze Trackbacks auch ohne Links im Artikel, wenn ich eine Diskussion fortführen oder zusammenführen möchte. Wenn ich zum Beispiel eine Zusammenfassung schreibe, dann sollte die Zusammenfassung auch überall dort erscheinen, wo über das Thema geredet wird.
Ich glaube, man müsste also differenzieren zwischen bösem Trackbacks und guten Trackbacks – und sich die Blogger-Ethics nicht als in Felsen gemeisseltes Gebilde vorstellen, sondern als einen dynamischen Prozess, der durch die Technik sich ändert. Mir ging es beispielsweise so, dass ich durch meine Praxis eine Zeitlang im Spam-Filter von Akisnet hing – bis mich Firma manuell wieder rausgeholt hat. Sicherlich auch weil sie kein Interesse hat, dass zuviele Blogger als Spammer klassifiziert werden, die es gar nicht sind.
Es diskutieren auch über das Thema: Nanoblogs, Svoogle, Die Antwort auf Alle Fragen, Frank Hunck, Gärtner Blog, Robert Basic, und KK-Works.
März 6th, 2007 at 15:01
solange Antispam Plugins u.a. nach einem fehlenden Backlink suchen (nicht alle), kannste in bös/gute unterscheiden, ohne dass es Dir was nützt. Es ist imho sinnlos, sich damit zu beschäftigen, da das Thema Spam getrieben ist, weniger, ob es eine Blogregel gibt, was gutes Trackbacken angeht. Das ist lediglich Nettiquette, mehr auch nicht.
März 6th, 2007 at 15:09
Wie begründest du deinen Trackback auf mein automatisch generiertes del.icio.us-Link Posting denn? Ich stimme mit dir überein, dass man durchaus sinnvolle Trackbacks ohne Backlink setzen darf und soll, aber vielleicht hast du in dem Fall einfach etwas zu offensiv getrackbackt? Machte eben sehr den Eindruck, dass du nur Traffic generieren wolltest…
März 6th, 2007 at 17:03
Ich kann Deinen Ansatz nachvollziehen, sehe aber praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung:
Bei einem TB ohne Link im Text schlägt bei mir SpamKarma zu. Solange es “wenige” TBs per Tag sind unjd ich Zeit habe, macht es mir nichts aus, die “guten” TBs wieder rauszufischen.
Gesetzt den Fall, ich prüfe den Kram nicht regelmässig, oder die TB-Mafia schlägt gerade wieder zu, so stelle ich SK auf brutal und lasse alles nach einem Tag einfach aus der Datenbank schmeissen – und damit ist der “gute” TB auch weg, und hat sich unter Umständen auch nen Eintrag in ner Blacklist eingefangen.
Wo siehst Du denn die Schwierigkeit, nen Textlink innerhalb Deines Beitrages zu setzen?
Gruss, Frank
März 7th, 2007 at 03:40
Ich stimme Franks Überlegungen zu, setze aber noch einen drauf. Erstmal landest du damit oft im Spamfilter und wirst evtl. nicht rausgefischt oder sogar bewusst reingeschoben (was die Wahrscheinlichkeit erhöht, nächstes Mal wieder drin zu landen).
Zweitens: Wenn bei mir in den Kommentaren ein Link zu dir erscheinen soll, weil du über das gleiche Thema bloggst. Warum soll dann bei dir keiner zu mir erscheinen?
Ganz einfache Lösung: “Andere Beiträge zu dem Thema: a, b, c,…”
Und schon hast du Links und setzt gute Trackbacks. Für mich sind die ohne Link nämlich böse.
P.S.: Hätte auch noch auf deine Mail geantwortet. Bin gerade aber im Prüfungsstress.
Juni 3rd, 2007 at 15:07
[...] schon so gut erklärt, dass ich dazu keine Worte mehr verlieren muss… über Trackback-Spam wurde ebenfalls mehr als genug geschrieben… hiergegen übrigens sinnvoll: das Simple [...]