SchülerVZ/StudiVZ-Update (2): Die Recruiting – Strategie von SchülerVZ und was daran falsch ist

Ich hab das ja schon in den Kommentaren zu meinem ersten längeren Artikel über das Schüler-Projekt von StudiVZ geschrieben, dass Christian Beilborn und sehr wahrscheinlich Oliver Skopec seit Mittwoch bei StudiVZ unter Vertrag sein sollen.

Erstmal vorab, es ist gar nichts Verwerfliches daran, dass jemand wie Christian, der jahrelang in der Jugendpresse aktiv war, seine Fähigkeiten beruflich einsetzt. Auch andere haben das gemacht, einige Jugendpressler sind Verlagsbesitzer, Layouter, Funktionäre, Politiker, Programmierer, Buchhalter, Pressesprecher oder Chefredakteure geworden. Die Leute in der Jugendpresse sind ja auch fit, können ne Menge und kennen viele Leute.

Was allerdings schon ein Problem ist und meines Erachtens auch nicht okay sind zweierlei. Erstens ist es relativ dreist von StudiVZ, Leute aus Teams herauszukaufen. das hat zwar kurzfristig Erfolg, aber langfristig sorgt dass immer für sehr viel Unrufe. StudiVZ hat das übrigens mehrmals in diesem Verhandlungsprozess versucht, indem sie bei den verschiedenen Teams versucht hat, einzelne Leute herauszulösen.

Zweitens ist es ein Problem, wenn jemand im Rahmen seines Ehrenamts Kontakte hat, die er ohne dies klar zu trennen für seine geschäftlichen Vorhaben nutzt. Ich bin mir zwar sicher, dass das in der Politik und im Geschäftsleben relativ üblich ist, glaube aber, dass sich so etwas langfristig rächt. Insbesondere dann, wenn derjenige auch noch interne Informationen abgreifen konnte, die dann dem Wettbewerber zugespielt werden könnten. Aus StudiVZ-Sicht ist so etwas vielleicht noch vernachlässigbar, wen interessiert denn schon Business Ethics? Wer so jemanden aber beschäftigt, kann sich gar nicht sicher sein, dass dieser nicht bei der ersten Gelegenheit zum nächsten Konkurrenten läuft – und dann vielleicht alle internen Betriebsgeheimnisse von StudiVZ zu Google, Yahoo oder allein zum Axel-Springer-Verlag mitnimmt?
Wenn man wie StudiVZ auch noch so ungeschickt ist und allen potenziellen Bewerbern in arroganter Art und Weise Praktika anbietet, der braucht sich nicht wundern, dass abseits der Rekrutierungsaktionen die Bewerber untereinander anfangen, Informationen auszutauschen, um ihren Preis hochzutreiben.

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7 Responses to “SchülerVZ/StudiVZ-Update (2): Die Recruiting – Strategie von SchülerVZ und was daran falsch ist”

  1. jhn Says:

    > Business Ethics

    …gibt es nicht. Als neulich dieser schöne Wirtschaftsskandal – man möge sich erinnern, es ging um ‘Provisionszahlungen’ bei Auftragsvergabe – von den Wirtschaftsgrößen selbst und der Politik verteufelt wurde, musste ich schon sehr lachen. Eine gängige Geschäftspraxis, die Firmen ein Fortbestehen sichert, und mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach der Selbstkasteiung weiter praktiziert werden wird.. Nun, die Ethik geht dem Kapitalismus eben ein Stück weit ab. It’s how you play the game…

    PS: Schlaaaand! ;)

  2. Mat Says:

    Naja, das man Leute bei der Konkurrenz abwirbt ist normal. Sei es Wirtschaft oder Fussball ;-) So schafft man zwei Dinge auf einmal, sich selber stärken und den Gegner schwächen, was will man mehr?

  3. qewfew Says:

    “StudiVZ hat das übrigens mehrmals in diesem Verhandlungsprozess versucht, indem sie bei den verschiedenen Teams versucht hat, einzelne Leute herauszulösen”

    Wozu auch unnütze Amateure mit aufkaufen?

  4. kasi Says:

    @qewfew: Weil man damit unterschätzt, wie wichtig ein Team ist und wie wertlos einzelne Personen in dem Team. Nur deswegen hält Holtzbrinck zu Ehssan Dariani, weil sie Michael Brehme und Dennis Bemman behalten wollen.

  5. gründerszene » Says:

    [...] Jugendpresse ins Boot geholt, die auch von anderen Plattformen heiß umworben wurden, wie z.B. bei Karsten nachzulesen [...]

  6. Kasi-Blog » Blog Archive » Neuigkeiten aus dem SchülerVZ Says:

    [...] hörte ich noch, dass StudiVZ wie verrrückt neue Mitarbeiter für das SchülerVZ sucht und dass Christian Beilborn ganz aktiv an der Suche beteiligt [...]

  7. StudiVZ: Was sonst noch geschah | Sajonara.de - Internetmagazin Says:

    [...] Konkurrenten im Bereich der Schüler-Communities schürten die Macher aus dem Bonkerrr den Unruheherd. Fehlende Forschungsstrategien sind da am Ende nur noch ein Tropfen auf den heißen [...]

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