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Hearts, Spider Solitair and Minesweeper – what makes these games dangerous?

Posted in echologist on Mai 26th, 2006. Tags: , , , , , .

The following article I wrote during an hour of low concentration during writing my Bachelor-Thesis. It discusses why the Microsoft Games Hearts, Spider Solitair and Minesweeper are dangerous games and strategies to win them. Unfortunately the text is only in German, if you are interested in a translation, let me know.

The new look of the Microsoft Games in Windows Vista can be found here.

Warum „Minesweeper“, „Spider Solitair“ und „Herz“ gemeingefährliche Spiele sind

Die Situation ist sicherlich jedem bekannt: da wartet schon seit Stunden der Artikel auf die Fertigstellung, die unvollständige Examensarbeit liegt bedrohlich in der dunkelsten Ecke der Festplatte und die unbeantworteten Emails lauern in Mailprogramm.

Draußen tobt das Leben und man selbst hat sich von Freund und Familie verabschiedet, weil dringend noch dies und jenes zu tun ist. Jetzt sitzt man vor dem Bildschirm und hat eigentlich keine Lust, noch weiter hier zu sitzen. Aber anstelle sich mit einem Buch und einem Glas Rotwein auf die Couch zurückziehen, die Kneipen unsicher zu machen oder alte Bekannte anzurufen, starrt man wie hypnotisiert auf das Textverarbeitungsprogramm. Das schlechte Gewissen, wenn man den Computer jetzt einfach ausmachen würde, droht schon mit dem Zeigefinger.

Da naht die Rettung. Ein Ausweg, der keinem Apple-User und keinem Linux-Fanatiker, offen steht. Denn auch wenn man die gesamte Festplatte frei von ablenkenden Spielen geräumt hat, wenn man die Kabel mit dem Internet in die letzte Ecke geworfen hat, wenn der Laptop unschuldig und auf kreative Inputs wartend auf dem Schreibtisch steht: in der Windows-Programmleiste unter dem Menüpunkt Spiele finden sich drei Teufelchen der Ablenkung. Sie heißen Minesweeper, Spider Solitair und Herz. Ihre Namen symbolisieren ihre Macht: sie zerbomben jede Konzentration, sie krabbeln wie Spinnen in das Gesichtsfeld des Kreativen, sie treffen den Fleissigen ins Herz.

Ihr Charme ist ihre Einfachheit. Anders als bei Spielen wie Sim City, Warcraft oder Counterstrike starten die Spiele in wenigen Millisekunden und erlernbar sind sie in wenigen Minuten.

Bei dem Kartenspiel Herz geht es darum, gegen drei Mitspieler zu spielen und möglichst wenig Minuspunkte zu machen. Jeder Mitspieler hat 13 Karten, insgesamt vier Farben mit den Werten 2 bis As sind im Spiel, wobei das As, danach die Bilder und danach die Zahlenwerte die Reihenfolge darstellen. Die Regeln sind wie beim Skat: es muss bedient werden, wenn also eine Farbe angespielt wird, die man selber besitzt, muss man sie auch spielen. Abwerfen darf man natürlich, wenn man die angespielte Farbe nicht hat, und das sollte man auch, denn es geht darum, die 26 Minuspunkte möglichst bei den anderen unterzubringen. Je einen Minuspunkt zählen die 13 Herz-Karten, die Pik-Königin zählt 13 Minuspunkte – insgesamt sind also 26 Minuspunkte im Spiel. Vor dem Spielanfang muss man drei Karten auswählen, die man dem Nachbar zur linken weitergibt. Der Spieler mit der Kreuz-2 beginnt das Spiel, im ersten Stich dürfen keine Minuspunkte abgeworfen werden, Herz darf erst angespielt werden, wenn es schon einmal abgeworfen ist. Wer es schafft, alle Minuspunkte zu bekommen, der hat einen Durchmarsch geschafft und die restlichen drei Mitspieler bekommen jeweils 26 Minuspunkte. Sobald ein Spieler mehr als 100 Minuspunkte hat, gewinnt derjenige mit den niedrigsten Minuspunkten.

Das Spiel Spider-Solitair ist noch einfacher erklärt: Im Spiel sind 104 Karten, jeweils 13 Karten von der As über die Zahlenwerte zu den Bildern in allen vier Farben, aber von jeder Farbe gibt es zwei Reihen. Am Anfang des Spiels liegen am oberen Rand des Bildschirms 10 Kartenstapel, vier mit sechs Karten und sechs mit fünf Karten. Die obersten Karten sind umgedreht, die restlichen verdeckt. Die verbleibenden fünfzig Karten liegen abseits verdeckt auf einem Kartenstapel, bei einem kurzen Klick auf den Stapel wird eine Schicht von zehn neuen Karten offen auf die zehn Stapel am oberen Bildschirmrand gelegt. Ziel des Spiels ist es, jeweils offene Kartenstapel einer Farbe mit den Werten von As bis zum König zu bilden, die dann vom Spielfeld verschwinden. Dazu darf man einzelne Karten oder Karten gleicher Farbe, die eine Reihe bilden (z.B. 8-9-10-Bube) auf einen anderen Kartenstapel verschieben, aber nur wenn die oberste Karte auf dem neuen Stapel den nächsthöheren Wert hat (die Reihe 8-9-10-Bube müsste also auf eine Dame-Karte egal welcher Farbe gelegt werden). Gewonnen hat, wer alle acht Farben als Reihe angeordnet hat, die dann verschwinden.

Das Spiel Minesweeper ist am leichtesten zu erklären: auf dem Spielfeld sind graue Kästchen angeordnet. Das Spielfeld ist entweder 9 mal 9 (Anfänger), 16 mal 16 (Fortgeschrittene) oder 16 mal 30 Kästchen (Experten) groß. Unter einigen der Kästchen befinden sich Minen, wenn man auf diese klickt, ist das Spiel beendet. Unter den anderen Kästchen gibt eine Zahl an, wie viele Minen in der Nähe, also auf den anliegenden acht Kästchen sich befinden. Diese Zahl kann zwischen null und acht variieren. Ziel ist es, die Minen (bei Anfängern sind es zehn, bei Fortgeschritten vierzig und bei Experten neunundneunzig Minen) mit kleinen Fähnchen zu markieren. Indem man von den Informationen auf den Nicht-Minen-Kästchen auf die Minen-Kästchen schließt, kann man so nach und nach das ganze Spielfeld aufdecken.

Warum sind diese Spiele nun hochgefährlich? Erstens, sie sind einfach zu verstehen. Auch wenn man Sim City mit den Worten beschreiben könnte „Baue eine Stadt“ so sind doch die Regeln des Spiels wesentlich komplizierter, aber die oben beschriebenen Spiele sind durch die drei Absätze schon vollständig erklärt.
Zweitens, sind sie negativ. Es geht nicht um den Spielerfolg, sondern den Spielmisserfolg zu vermeiden. Es geht darum, keine Minuspunkte zu bekommen und nicht auf Minen zu treten. Bei Spider Solitair schwebt der Misserfolg immer als Damoklesschwert über dem Spieler – wenn nämlich keine Karten mehr zu bewegen sind. Die Programmier von Spider Solitair geben das in der Spielanleitung sogar: „Es gibt Spiele von Spider Solitaire, in denen kein Sieg möglich ist.“ Man spielt also ein Spiel, obwohl man es vielleicht gar nicht gewinnen kann! Dass sich die bösen Programmierer in ihren dunklen Kammern das Negative mit Absicht so ausgedacht haben, liegt auf der Hand, wenn man sich schon den Namen des Minen-Spiels betracht: Minesweeper könnte man nämlich sowohl als Minenfeger (Mine-Sweeper) oder als Minen-Heuler (Mines-Weeper) übersetzen.
Drittens, machen alle drei Spiele süchtig. Denn die Herausforderung ist natürlich immer da. Bei Minesweeper spielt man gegen die Zeit, wer das Spiel gewinnt, kann sich in die Bestenliste eintragen und tragischerweise ist immer nur für einen Besten Platz. Bei Herz beginnt unmittelbar nach dem Ende des Spiels ein neues Spiel – die Karten werden neu gemischt und man kann direkt losspielen – noch so ein diabolischer Trick der Microsoft-Programmierer. Wenn bei Spider Solitair nichts mehr geht, keine Karten sich mehr hin und her schieben lassen und man das Spiel abbrechen muss, dann erscheint eine nettgemeinte, aber heimtückische Frage: „Möchten Sie dieses Spiel speichern, bevor sie es schließen?“ Nein, möchte ich nicht, ruft man beschämt aus. Doch ein Blick in die Spielestatistik zeigt: die Anzahl der verlorenen oder abgebrochenen Spiele wird penibel angezeigt, sogar wie viele Spiele man am Stück verloren hat, wird deutlich gezeigt. Diese Statistik zu überbieten, das macht den süchtigen Teil des Spiels aus.

Kurzum: wenn man eh schon frustriert ist, dann machen einen die Spiele allesamt noch frustrierter. Wie die meisten Drogen sorgen sie dafür, dass man noch tiefer in den Wahnsinn der Unkreativität abwandert. Dabei gäbe es einfache Gegenstrategien.

Bei Herz gibt es mehrere gute Strategien: der Anfänger gibt in der Anfangsrunde seine höchsten Karten an den Nachbarn ab und versucht im Spiel immer die niedrigste Karte zu spielen. Der Fortgeschrittene versucht, eine Farbe „blank“ zu haben, also keine Karten dieser Farbe zu besitzen. Am besten Kreuz oder Karo, dann kann man nämlich falls diese Farben angespielt werden, seine Minuspunkte bequem dort loswerden. Der Fortgeschrittene weiß auch, dass niemals Karten von Pik weggeben werden sollten – dann könnte man nämlich in die unangenehme Situation kommen, dass Pik angespielt wird und man die Pik-Dame drauflegen muss – und sofort dreizehn Minuspunkte hat. Der Experte versucht eine andere Strategie: er gibt die niedrigen Karten weg und versucht einen Durchmarsch – der aber nicht immer ohne Risiko ist, denn die anderen Spieler werden versuchen, sobald sie dies merken, mindestens einen der Herzkarten zu bekommen, damit der Durchmarsch-Spieler auf dem Rest der miesen Karten sitzen bleibt.

Bei Spider Solitair gibt es auch mehrere gute Strategien. Sinnvoll ist es, Karten der gleichen Farbe aufeinander zu platzieren. Gut ist, wer es schafft, relativ am Anfang einen der zehn Kartenstapel ganz aufzudecken, damit er auf dem freien Feld Platz zum Rangieren und Tauschen hat. Der Profi weiß auch die Tastenkombination Strg+Z, die den letzten Schritt rückgängig macht, weil man dann erstmal sehen kann, bei welchen verborgenen Karten es sich lohnt, diese aufzudecken.

Bei Minessweeper ist der Trick, die Informationen möglichst vollständig auszuwerten. Manchmal kann man zwar nicht auf den Ort der Mine schließen, aber man bestimmte Kästchen zumindest ausschließen. Wer gleichzeitig mit der linken und der rechten Maustaste auf ein Kästchen klickt, in dessen Umfeld schon alle Minen markiert sind, deckt alle noch zugedeckten Kästchen auf: so geht das Aufdecken sehr viel schneller. Und manchmal ist es eine Frage der Wahrscheinlichkeit, wo eine Mine legen kann: Stochastiker sind hier im Vorteil.

Die beste Strategie bei allen Spielen ist aber: die Spiele gar nicht erst installieren oder rechtzeitig vom Rechner runterschmeissen. Hätte ich das eher gemacht, ich hätte viel Zeit für wichtigere Dinge gewonnen. Aber auch diesen Artikel nicht hätte schreiben können.

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Posted in kasinomics on Mai 1st, 2006. Tags: , , , , , , , , , , .

This essay was written as an application to the Model WTO organized by OIKOS St. Gallen on the issue of Intellectual Property Rights, especially regarding the TRIPS-scheme of the WTO seen from a Chinese perspective. I am aware that it needs to be very much enlarged and revised, but as a first draft it should provide some interesting insights.

I skim the issue of culture and international law and discuss some features of the Trips-Agreement. Then I argue for a new understanding of Intellectual Property. Read on, my friend »

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